Kiefergelenke - Allgemeines


Die Diagnose und Therapie von Kiefergelenk- und Muskelerkrankungen im Bereich des stomatognathen Systems bezeichnet man als Gnathologie.

Hierbei handelt es sich um eine fachliche Spezialisierungsfortbildung, die man erst nach Abschluss des zahnmedizinischen Studiums freiwillig durchläuft.

Leider haben sich nur sehr wenige Zahnärzte auf dieses wichtige, mit der allgemeinen Medizin korrespondierende Thema spezialisiert. Daher kann es sein, dass Sie, lieber Patient, erst einige Stellen durchlaufen haben, bevor Sie nunmehr bei uns zur spezialisierten Funktionsdiagnostik und -therapie vorstellig werden.

Aufgrund der zunehmenden Lebenserwartung und auch wegen zunehmender Parafunktionen - Knirschen und Pressen mit den Zähnen - werden die Strukturen des stomatognathen Systems immer höheren Belastungen ausgesetzt.

Sofern bei hohen Belastungen dieses System nicht optimal abgestimmt ist, kann es dekompensieren. Diese Dekompensation würde sich in schmerzhaften oder geräuschvollen Symptomen äußern.

Manchmal kann eine solche Symptomatik für den Betroffenen zunächst diskret verlaufen und erst wenn sich eine Kieferklemme einstellt oder durch die Untersuchung beim Spezialisten ergeben sich Diagnosen in diesem Bereich.

Es kann auch losgelöst von anderen bemerkten Symptomen zu Schwindelgefühlen kommen, die von anderer ärztlicher Seite nicht erklärbar sind. Auch Tinnitus gehört zu den mit Kiefergelenkproblemen korrelierenden Erkrankungen.

Eine Kiefergelenkerkrankung sollte zunächst diagnostiziert werden, bevor man mit einer Therapie beginnt.

Zur Diagnose kommen in Betracht die

  • Manuelle Funktionsdiagnostik
  • Instrumentelle Funktionsdiagnostik
  • Bildgebende Diagnostik

wobei im Einzelfall die verschiedenen Verfahren abgestimmt werden.

Die bildgebende Diagnostik wird vorwiegend eine Magnetresonanztomographie der Kiefergelenke, seltener eine Computertomographie sein. Insgesamt ist die bildgebende Diagnostik nur in spezielle Fragestellungen notwendig und wird daher eher selten zur Anwendung bei einem darauf spezialisierten Radiologen kommen.

Aufgrund der Diagnose wird eine Kiefergelenktherapie mittels einer adjustierten Aufbißschiene oder auch einem funktionstherapeutischen Gerät durchgeführt.

Hierbei tragen Sie häufig eine herausnehmbare Schiene über mehrere Wochen oder auch Monate meist ständig, um eine optimale Positionierung des stomatognathen Systems zu erreichen.

Diese konservative Therapie wird häufig unterstützt mittels krankengymnastischer Anwendungen. In seltenen Fällen kann auch eine medikamentöse Begleittherapie erforderlich sein.

Die Stabilisierung nach Schienentherapie ist notwendig, um das erreichte Ergebnis nach der erfolgreichen Initialtherapie dauerhaft zu stabilisieren. Dadurch kann die Ausbildung eines Rezidives weitgehend ausgeschlossen werden.